Wir danken allen für die nachhaltige und wertvolle Hilfe und Unterstützung. Sie macht diese Projektschiene der Frauen- und Familienförderung in der Diözese Hosanna überhaupt erst möglich.
SPENDENKONTO: FRAUEN UND FAMILIEN FÖRDERN
IBAN: AT06 2060 4031 0072 3356
BIC: SPFKAT2B
Betreff: Frauen und Familien fördern
Das Projekt zur Frauenförderung in Hosanna verfolgt drei spezifische Ziele, um die Aktivitäten entsprechend umzusetzen: die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation der betroffenen Frauen, die Verringerung schädlicher Praktiken und Formen von Gewalt im Zielgebiet und die Verbesserung der Bildung und psychologischen Situation gefährdeter Mädchen im Zielgebiet.
Wichtigste Erfolge bei der Erreichung der Projektergebnisse und -ziele:
• Durch die Förderung von SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN konnten über 2050 Frauen gefördert werden
• Die Förderung erfolgte in 104 Selbsthilfegruppen und 3 einkommensschaffenden Gruppen
• weiters: Bereitstellung von Schulungen, Trainings und Ausbildungen in den Woredas Adilo Zurya und Misrak Badewacho
• Alle Gemeindebegleiterinnen sind inzwischen Frauen und üben ihre Aufgaben in den sechs Ziel-Kebeles mit großem Engagement aus
• für 20 junge Mütter in 2 Selbsthilfegruppen wurde ein Startkapital bereitgestellt
• 786 Frauen erhielten eine Schulung zum Thema "Harmful Traditional Practices" (zB. frühe Verheiratung, Beschneidung der Mädchen und Frauen)
• 2025 wurden zudem 24 Selbsthilfegruppen für Männer gegründet
• Zwei Teilnehmerinnen aus dem Team wurden entsandt, um eine praktische Schulung zum Herstellen wiederverwertbarer Binden zu erhalten
• Für 200 junge Mädchen konnten wiederverwendbare Binden ausgegeben werden
Im Juli besuchte ich mit drei Jungendbotschafterinnen der Caritas Vorarlberg unser Projekt in Hosanna, um ihnen einen Einblick in unsere Projekttätigkeit vor Ort zu vermitteln.
Unsere erste Projektbegegnung war eine Gruppe von Fuga-People, die aus meiner Sicht recht selbstbewusst aufgestellt war und auch modernere Tongefäße produziert hat. Die Gruppe hat bereits mit kleinen runden „Töpferscheiben“ gearbeitet und sich noch 30 weitere solcher Scheiben gewünscht. Ich habe in direktem Weg zunächst die Möglichkeit für 5 weitere Töpferscheiben geschaffen. Die Gruppe hat sich sehr für unseren Besuch bedankt und sehr positiv hervorgehoben, dass sich jemand für sie und ihre Arbeit interessiert. Die Männer aus der Fuga-Gemeinschaft würden sich für ihre Frauen wünschen, dass wir eine Mischmaschine kaufen, damit sie diese schwere Arbeit nicht zu tun bräuchten. (Auf die Idee, dass die Männer ihren Frauen diese schwere Arbeit abnehmen könnten, sind sie nicht gekommen. Auf Nachfrage erläuterte Biniam, dass das nicht in die Tradition passe. Stattdessen verdingen sich die Männer lieber als Taglöhner, obwohl sie mit dieser Arbeit wesentlich weniger verdienen als die Frauen mit der Produktion und dem Verkauf der Töpferware. - Andere Länder, andere Sitten/ Traditionen!)
Während des Besuchs einer weiteren Selbsthilfegruppe (SLG) berichteten Vertreterinnen der CLA (=der Verband von 8 - 10 SLGs) über die jeweilige Organisation, Projekte, Finanzen, Kommunikation und die Streitschlichtungsmechanismen in den CLAs. Augenscheinlich funktioniert die Arbeit in den CLA-Arbeitsgruppen recht effizient und führt auch zum Austausch von „best practices“. Begleitet wurden wir von Mhiret Wotelo – unserer einzigen weiblichen community facilitator, die nach wie vor sehr engagiert ist. Ich habe versucht mit ihr ins Gespräch zu kommen, auch bezüglich ihrer weiteren Pläne. Auch bei Biniam und am Freitag bei Abba Ammanuel und Fikirte Ermias (Women & Children Desk Officer) habe ich angeregt, Misses Wotelo intern zu fördern, wenn es denn so schwer sei, qualifizierte weibliche Mitarbeiterinnen zu finden.
Im Girls Club einer von uns geförderten Schule wurde uns anschließend ein sehr herzlicher Empfang bereitet – mit eigenem Transparent! Die jungen Mädchen/Frauen waren sehr aufgeschlossen und aus meiner Wahrnehmung auch durchaus selbstbewusst. Die Sprecherin der Gruppe hat sehr zielgerichtet ihre Probleme und täglichen Sorgen vorgetragen und mit Nachdruck thematisiert. Antonella, eine der Jugenbotschafterinnen, stellte anschließend auch das Projekt "Catchies" - wiederverwendbare Monatsbinden vor, das bei den Mädchen des Clubs reges Interesse fand.
Am Nachmittag desselben Tages gab es eine Präsentation der Child & Women-Zuständigen im Büro unserer Partnerorganisation, die unter anderem über die wichtigsten von den Frauen genannten Herausforderungen berichtete: Die kulturelle Rolle der Frauen und die geschlechtsspezifische Rollenzuordnung, der beschränkte Zugang zu Schule und Ausbildung, gesundheitliche Probleme, ökonomische Unterschiede und Ungleichheiten sowie die politische Unterpräsentation von Frauen benannte sie als die wichtigste Herausforderungen.
Die Tatsache, dass wir erstmals eine Präsentation „unserer Child & Women Desk Officer“ hatten, stellt aus meiner Sicht bereits einen Fortschritt dar. Abba Amanuel hat sich die Zeit genommen, an dieser Präsentation teilzunehmen und wir hatten im Anschluss auch noch eine sehr angeregte Diskussion. Nach seinen Worten ist der Fokus, dass in „Women Empowerment Projects“ auch Frauen „das Sagen“ haben sollten, durch SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN verstärkt eingefordert worden und habe auch in der Organisation des Projektbüros des Vikariats Hosanna Spuren hinterlassen. Nach seinen Worten wären im Projektbüro nunmehr mehrheitlich Frauen beschäftigt. Dass Frauen auch in Führungspositionen tätig sein sollten habe ich hier extra nochmals betont, ebenfalls die Erwartungshaltung einer Frauenquote bei den Community facilitators von 100%.
Im Zuge der abschließenden Projektpräsentation unseres Partners wurden folgende wichtigste Herausforderungen benannt: Die Abwertung der Landeswährung Birr, die zu gewaltigen Preisanstiegen vieler Güter führte und die im Budget nicht eingeplant waren; der Mangel and Personal in den neuen Projektgebieten und die hohen und stets wachsenden Lebenskosten in Äthiopien generell und in Hosanna im Speziellen.
Um der doch fast schon „galoppierenden“ Inflation entgegenzuwirken, die durch die Anpassung des Wechselkurses nicht mehr ausgeglichen wird, habe ich angeregt, das seitens SCHRITTE IN ÄTHIOPIEN die Zahlungen nicht ½ jährlich, sondern ¼ jährlich erfolgen. Damit kann zukünftig vermieden werden, dass aktuell nicht benötigtes Projektgeld nach Hosanna überwiesen wird und dort der Inflation unterworfen ist.
(Michael Wolfrum, April 2026)